Alles gut, weiter geht’s

2016 war ein Jahr, das sich beeilt. Ich konnte nicht sagen, dass mich irgendwann das Gefühl von Langeweile beschlich. Ganz im Gegenteil. Hier ein paar Sachen, die ich rückblickend gerne festhalten will.

Viel Veränderung

Ein Jobwechsel stand an: Im April wechselte ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge von ZEIT ONLINE ins Palasthotel. Das war seit Jahren die erste richtig große Veränderung, die ich voll und ganz selbst zu verantworten hatte. Anfangs war der neue Job aufregend, anstrengend und anders. Viel Zeit verbrachte ich fortan im Home Office, und auch viel Zeit unterwegs. Zum Jahresende fühlt es sich gut an »im Hotel«, es läuft nach etwas Zurechtruckeln echt rund, und darüber bin ich sehr dankbar.

Ebenso viel Veränderung bescherte mir mein Sohn, nicht auf einen Schlag, sondern jeden Tag in kleinen Dosen, was sich aber Stück für Stück zu Großem addiert und ein steter Quell von Freude und Abwechslung ist. Allein zu sehen, wie schnell er extrem geschickt mit – wie er es nennt – »kleinem Lego« geworden ist, hat mich sehr verzückt und beeindruckt.

Wenn ich eines aus diesem Jahr mitgenommen habe, dann jedoch das Gefühl, weniger aufschieben zu sollen und zu wollen. Mehr jetzt. Dinge machen, zwar an die Zukunft denken, nur nicht zu viel dorthin schieben. Ein bisschen weniger »Wenn ich dann mal Zeit dafür habe« und dafür etwas mehr YOLO, sozusagen.

Reisen

Unterwegs war ich dieses Jahr auch nicht wenig. ✈️ Im Frühjahr besuchten wir Dublin, welch ein zauberhaftes Städtchen. ✈️ Im Juni verschlug es mich mit meinen neuen Kollegen auf das WordCamp in Wien, an den heißesten Tagen des Jahres, glorreich. ✈️ Der Sommerurlaub mit meiner Familie an der portugiesischen Algarve wird mir noch lang lang in Erinnerung bleiben. Oh wie schön ist die Algarve! ? Dann war ich noch zwei Mal im beschaulichen Würzburg, zum DevCamp und mit der Firma. ✈️ Dann ging's ein weiteres Mal nach Portugal, diesmal ins pittoreske Lissabon, seitdem halte ich Pastel de Nata für das Leckerste. ✈️ Zu guter letzt verbrachte ich ein spätherbstlichstes Wochenende in Stuttgart, das sich von seiner besten Seite zeigte.

Bücher

Fast nebenbei erkämpften sich Bücher wieder einen steten Platz an meiner Seite. Echte gedruckte Bücher, als Kontrapunkt zum Digitalen. Inzwischen fühle ich mich beim bibliophilen Ideal pudelwohl: draußen Regen, warmer Tee auf der Fensterbank, man selbst auf der Couch daneben, durch ein Buch vorzüglich unterhalten. Oh, und die Frage: Paperback oder Hardcover habe ich mit Always Hardcover abschließend geklärt; Paperbacks machen mich bisweilen grantig.

Gelesen wurden:

  • »Altes Land« von Dörte Hansen
  • »Die dunkle Seite des Mondes« von Martin Suter
  • »The House of Silk«, ein Sherlock Holmes von Anthony Horowitz
  • »Essentialism« von Greg McKeown

Für 2017 werde ich mich an »Tools of Titans« von Tim Ferris und »Deep Work« von Cal Newport abarbeiten. Dazu kommt, und da freue ich mich schon derbe drauf, jeden Tag eine Prise Philosophie aus dem Daily Stoic von Ryan Holiday.

Zwei Räder

Das Fahrrad war ein dominierendes Thema in unserer Familie. Einerseits, weil mein Sohn im Frühjahr das Radfahren erlernte, und sich für unsere kleine Familie die Welt auf zwei Rädern erschloss. Andererseits, weil meine Freundin sehr leidenschaftlich die zwei Räder die die Welt bedeuten für sich entdeckte, und seitdem das Thema dauerhaft im Raum steht. Das meine ich wörtlich, das Fahrrad steht in unserer Stube!

Zum Sommer hatte ich dann versucht, statt per Nahverkehr öfters per Zweirad ins Büro zu kommen. Das ging mit meinem albernen zwei Zentner Cruiser zwar, jedoch nicht allzu geschmeidig.

Nun, das soll 2017 besser gehen, weswegen ich mir im Zuge des alljährlichen saisonalen Modellwechsels ein Single Speed gekauft habe. Nein, kein Fixie, bitte nur moderat hip. Das hat auf jeden Fall eine deutlich »aggressivere Geometrie«, wie das dann im Jargon so schön heißt. Meinereiner ist ja schon begeistert, weil es mein erstes Fahrrad ohne Rücktritt ist. Voran auf zwei Rädern!!!

Mehr & weniger

Obwohl ich inzwischen weiß, dass ich es eh nie schaffe (man kennt sich allmählich ja doch ein bisschen besser), hier das, was ich gerne von mir 2017 sehen würde:

  1. Mehr Blogartikel, 12 an der Zahl. Allein schon deshalb, weil ich diesen Teil im vergangenen Jahr komplett gerissen habe. Und gleichzeitig viel Lust habe, wieder was zu schreiben.
  2. Mehr Bücher. Da will ich dran bleiben. 12 Stück sollten zu schaffen sein.
  3. Mehr Erschaffen: Endlich mal was eigenes Programmiertes raushauen. Bedingung: es muss am Ende vorzeigbar und benutzbar sein.
  4. Weniger Ablenkungen. Nachrichten, Fernsehberieselung, ein großer Teil von Social Media, all das hab ich so wenig als Bereicherung empfunden, ging mir so sehr auf den Keks, dass ich es jetzt deutlichst reduzieren möchte.
  5. Weniger Hadern. Ein Evergreen aus Arnes Armseligkeiten (s. Vorsätze für 2014). Dennoch: Weniger Mimimi, mehr machen. Muss ja nicht immer klappen, nur jeden Tag ein Bisschen besser kann ja auch was reißen.

2017, ich bitte um diesen Tanz.

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