iPhone 6

iPhone 6 - stacked

Oma Agathe saß traurig zu Haus
und seufzte und klagte tagein und tagaus.
Da hörte ein weiser Mann ihr Gejammer:
»Mein Haus ist ja bloß eine winzige Kammer!
Was soll ich bloß machen, es passt nichts hinein,
mein Haus ist zu eng und zu klein!«
– Zitat aus »Mein Haus ist zu eng und zu klein« von Axel Scheffler und Julia Donaldson

So beginnt eines der Kinderbücher meines Sohnes. Darin klagt Oma Agathe darüber, wie kompakt ihr Haus ist, und ein Rabbi gibt ihr den Rat, doch noch das Huhn, die Ziege, das Schwein und die Kuh mit ins Haus zu holen. Das Haus platzt aus allen Nähten und als die Tiere schlussendlich wieder raus sind, erkennt die Frau, dass ihr Haus genau die richtige Größe hat. Klassische Parabel über Wahrnehmung und so.

Kommen wir nun zu meinen iPhones. Mein iPhone 5s mochte ich zwar gerne, doch neidisch schielte ich auf die größeren Bildschirme der anderen Smartphones. »Mein Bildschirm ist zu eng und zu klein.«

Freudig krallte ich mir schließlich ein iPhone 6, doch klagte ich weiter seufzend vor mich hin, denn nun war das iPhone 6 dann doch ein wenig zu groß. Es passte gefühlt nicht mehr in jede Hosentasche, war immer etwas zu unhandlich. Bei aller Nettigkeit… irgendwie wurden wir zwei nicht so richtig warm.

6 Plus to the rescue

»Großes Smartphone? DAS ist ein großes Smartphone!«
»Großes Smartphone? DAS ist ein großes Smartphone!«

Wäre mein Leben nun eine Kindergeschichte gewesen, wäre ich lachend zum 5s zurückgekehrt und hätte glücklich bis an mein Lebensende…. Doch das hätte zuviel technischen Rückschritt bedeutet, denn die inneren Werte des 6er wussten ja durchaus zu überzeugen. Doch Halt! Die Moral von der Geschichte war ja: »Alles eine Frage der Perspektive. Die eigene Wahrnehmung ist nicht beratungsresistent, man muss sich nur den richtigen Vergleichsmaßstab heranziehen.«

Und so begab es sich, dass ich als kleine Leihgabe meines Arbeitgebers ein iPhone 6 Plus einem Feldtest unterziehen durfte.

iPhone 6 - side by side

Das richtig große iPhone fühlte sich anfangs komisch an: viel zu groß, viel zu schwer, mit einer Hand kaum bedienbar, und überhaupt alles in allem ein bisschen halbgar. Doch nach gut einer Woche war das gar nicht mehr so schlimm. Eher im Gegenteil: Der große Bildschirm entschädigt für vieles und macht wirklich derbe Spaß. Mails, Surfen, Videos – fantastisch. Selbst das Telefonieren ist nicht im Ansatz so dämlich, wie man sich das vorstellt.

Alles in allem: das iPhone 6 Plus ist ein extrem wertiges Smarterphone, Handhabung erstaunlich solide, kann man machen. Für mich nicht perfekt, weil ich zu Hause ein iPad rum(f)liegen habe. Trotzdem war ich angenehm überrascht: was für ein vielversprechendes Konzept.

Bring it back

»Hurra!«, ruft der Arne. »Ich will nicht mehr nörgeln und schrei‘n,
das 6er ist weder zu groß noch zu klein!«

Nun bin ich wieder beim iPhone 6. Wirklich groß kommt es mir nicht mehr vor. Das Experiment zur Wahrnehmungsmanipulation mit meinereiner als Versuchskanninchen war also ein voller Erfolg. Dadurch kann ich jetzt auch deutlicher meine Pros und Kontras herausarbeiten.

Stören tue ich mich an der hässlichsten Rückseite der iPhone Geschichte und dem »Handgefühl«. Die Rückseite weist eine so feine Aluminiumeloxierung auf, dass sie glatt ist – viel zu glatt für meinen Geschmack. Gepaart mit den abgerundeten Ecken und dem geringen Gewicht liegt das iPhone 6 nicht wirklich gut und satt in der meiner Hand, und lässt dadurch eine Wertigkeit an sich und Sicherheit in der Benutzung vermissen, die iPhones vor ihm, das iPhone 6 Plus und auch sonst alle Apple Produkte auszeichnen.

Bildschirmgröße und -qualität, Geschwindigkeit, Speicherplatz (64GB Modell) und Kamera sind hingegen über jeden Zweifel erhaben. Volle Zufriedenheit. Auch die Akkulaufzeit ist komfortabel.

Der Fiddeligkeit des iPhones steuere ich mit einem sehr dünnen, aber dafür angerauten Case von Ozaki entgegen. Vielleicht folgt irgendwann dann auch noch eine Lederhülle oder so… mal schauen. Ich bin auf jeden Fall zufrieden mit meinem Kauf.

iPhone 6 - close up

3 Kommentare

  1. Das ist ja in der Tat eine ziemlich krasse Geschichte. Mir ist mein Lumia 925 ja eigentlich immer noch zu groß. Und ich kann dem ganzen Konzept der Smartphone-Tablet-Fusion immer noch nichts abgewinnen. Telefonieren, Photographieren und ab und zu ins Internet. Das ist für mich immer noch der Usecase, der mich am zufriedensten macht.

  2. Apple macht wohl etwas richtig in seiner Firmenpolitik. Einfach vorgeben, dass es nur diese Größen für Telefone gibt. Fertig. Okay, der restliche Markt macht das auch, aber beim Mikrokosmos Apple kann man immer alles so schön beobachten. Das lustige, mein Nexus 4 hat die gleichen Dimensionen wie das „kleine“ iPhone. Und ist schon 3 Jahre älter. Damals gab es keine Diskussion zur Telefongröße wie beim Apfelhersteller.

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