Laubfrosch & Brechlatte

Makifrosch fotografiert von Joachim S. Müller

Eigentlich war der Plan, hier einen überbordenden Artikel darüber zu schreiben, wieviel Spaß ich an Whisky habe. Doch wer mich kennt weiß: Ich scheitere gerne mal am eigenen Anspruch. Genau deshalb schreib ich jetzt erstmal auf, wie ich zum Whisky kam, und irgendwann anders, warum ich ihn mag.

Alles begann damit, dass mich ein Freund im Spätsommer 2009 auf seinen Balkon zu Pizza & Whisky einlud. Man haderte etwas mit allem seinerzeit, noch mehr als sonst, und Whisky schien ein adäquater Begleiter für diesen Abend zu sein.

Der Balkon bot Platz für zwei Mann und zwei Pizzaschachteln. Es war warm und mild, und man konnte vom Balkon aus der Parkplatzsuche der Bewohner in der Straße zuschauen. Es war gemütlich.

»Kein Mann trinkt zu seinem Vergnügen.«
– Ernest Hemingway

Nicht mal die Bohne von Ahnung hatte ich von Whisky. Nur dass mir die Flaschen gefielen wusste ich. Der typische gnubbelige Hals weckte meine Sympathien und die Schmuckdosen zur Aufbewahrung des Whiskys meine Faszination.

Selbstredend war ich vom Geschmack nicht direkt begeistert – so ein Whisky narkotisiert ja gerne mal die Zunge. Aber doch, die Neugier war geweckt und ich gewillt dabeizubleiben.

Rückblickend weiß ich nicht mehr mit welchen Whiskyies ich in den Ringelreigen des hochprozentigen Genusses eingeführt wurde. Es waren – selbstredend – Single Malts, soviel ist klar. Dass wir sie in der richtigen Reihenfolge (von mild zu schärfer zu rauchig) konsumiert haben, bezweifle ich, was den Einstieg auf jeden Fall noch turbulenter gemacht haben wird.

An Bruichladdich erinnere ich mich noch, weil er eine knallig türkise Schmuckdose besaß, die nicht nach schottischem Hochmoor aussah, sondern nach typografisch verwegenem Szene-Chic. Um mir den Namen merken zu können, prägte ich mir das nächstbeste Wort ein, das so ähnlich klang: »Brechlatte«. Gleiches machte ich mit Laphroaig, der zum »Laubfrosch« mutierte.

So hatte ich einen urgemütlichen Abend, mit Laubfrosch & Brechlatte – und meine Begeisterung für den Whisky begann…


Fotocredits: Ausschnitt aus dem Foto eines Makifrosches (eine Familie der Laubfrösche) von Joachim S. Müller

3 Kommentare

  1. Hehe, bei mir im Freundeskreis heisst der Bruichladdich ja „Bruchlandung“. Kann sich jeder merken und der „ich wollte einen Lamborghini aber wußte nicht, wie man das ausspricht“-Effekt ist weg.

  2. Beim Bruichladdich – Laddie Classic Edition 01 – war ja nicht nur die Dose türkis, sondern auch noch die Flasche, was doof war, weil man nicht sehen konnte, wieviel noch drin war, bis er dann alle war. Gute Whisky-Macher, die Bruichs. Und ein guter Whisky-Trinker, der Arne! Und ein guter Blogger. Schöner Text. Sehr.

  3. Ich kann zur Whisky-Namen-Verhohnepiepelung noch den berühmten „Aktentaschen“ beitragen. Nur Anfänger sagen „Auchentoshan“…

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