Mehr »Nein.«

Nein.

Am Anfang steht die Erkenntnis, dass ich schwach bin. Mit einem soliden Allgemeinwissen und einem Interessengebiet so groß wie ein Scheunentor hat sich die Welt um mich rum in ein gigantisches Spielzimmer verwandelt.

Das letzte Mal wurde mir das klar, als ich mich fragte, wie die Mehrzahl von »Oktopus« lautet und ich eine Stunde später aus der Wikipedia auftauchte mit einem mannigfaltigen Wissen über die vielarmigsten Viecher des Planeten, namentlich: Oktopoden.

Ich habe »Nein.« zum Schlaf und »Ja!« zur Wissbegier gesagt. Hat es sich gelohnt? Jawoll. Aber das ist bei weitem nicht immer so – tendenziell eher selten, wenn man mal ehrlich ist.

Ich stolpere ständig über neue Musik, meine „noch zu lesen“-Liste ist länger als die meisten Bücher darin und meine Todo-Liste entwickelte nicht erst kürzlich ein sagenhaftes Eigenleben.

Nein.

Dabei ist »Nein.«-Sagen das Wichtigste!

Denn ein »Ja.« hat immer auch Opportunitätskosten. Das »Ja.« zu etwas ist auch immer ein »später oder vielleicht nie« zu allem anderen.
Mancher mag sagen: ein implizites, ein weiches »Nein…«. Doch nur das bewusste »Nein!« ist das richtige Nein. Alles andere ist Wischi—Waschi.

»Nein!« zu sagen ist auch immer ein Entschluss. Und genau diesen Entschluss muss man üben. Man darf keine Angst und auch keinen Respekt vor dem »Nein!« haben. Man muss die Choice Anxiety vermeiden.

Das »Ja.« oder ein »Vielleicht…« zu vielen kleinen Dingen hält dich unweigerlich von zwei wichtigeren Dingen ab: deinen größeren Zielen & Projekten einerseits und von der ebenso wichtigen Langeweile andererseits.

Das ist keine Kritik an der (Medien-)Gesellschaft. Dafür mag ich das alles zu gerne und verdiene nicht zuletzt damit auch mein Geld.
Das hier ist nur einer meiner kleinen Entschlüsse etwas zu ändern, um nicht mehr alles auf sich einprasseln zu lassen, sondern sich mehr tiefergehenden und interessanteren Dingen zu widmen.

Denn es ist das Beste etwas richtig zu machen. Sich voll darauf einzulassen. Sich reinzuhängen — auch wenn zehn Sachen währenddessen an dir vorbeiziehen. Das eine machst du gerade weil du’s willst.
Zu allem anderen »Nein!« zu sagen war das Beste was du machen konntest — also mach weiter!

Nein. Nein.

6 Kommentare

  1. sehr schöner text – wieder mal. er kleidet so schön in worte, was mir immer wieder mal in form diffuser gedanken durch den kopf wabert… bloggen sollte zu den dingen gehören, die du richtig weitermachen solltest!

    schönen gruß und frohes fest!

  2. @Paul: So macht der Arne das. Schon immer. Profanbloggen macht er nicht. Es darf nicht weniger als ein kleines Kunstwerk sein, um veröffentlicht zu werden.

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