Nichts schlägt einen Chrononauten

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Im Zutatenschrank des modernen Comics steht Zeitreise prominent platziert neben Superkräfte, Außerirdischeninvasion und »Ha! Ich bin gar nicht tot!« Antagonisten-Auferstehung.

Was Zeitreise angeht, hat man also schon einiges gesehen. Comics sind dafür auch sicher das richtige Medium, und so ist Zeit hier besonders relativ.

Wenn Mark Millar sich dann also daran setzt, seine vierteilige Miniserie »Chrononauts« explizit von Zeitreise handeln zu lassen… da darf man gespannt sein.

Anfangs kommt alles noch sehr entspannt in Fahrt. Zwei Wissenschaftlern ist das Zeitreisen gelungen. Deswegen sind die beiden auch mehr so Rockstars denn Nerds. Bei der nächsten Zeitreise geht etwas schief… und dann geht die Story rich-tig steil. Fortan steht die Frage im Raum: Wenn du jederzeit überall hinreisen könntest – räumlich wie zeitlich – was würdest du anstellen?

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Natürlich geht sowas nicht auf Dauer gut,… klar. Doch wenn einem die Zeit zu Füßen liegt, dann ist »nicht auf Dauer« schon relativ lang. Ha! Überhaupt gönnt sich Millar einen erfrischenden Vollzugriff auf Zeit als Storymaterial, und geht auch nicht sonderlich zimperlich mit der Vergangenheit um. Weniger »wir dürfen nichts verändern« als vielmehr »Scheiß drauf! Rock’n’Roll!«. Letzteres durchaus im wörtlichen Sinne…

So lässt Millar unsere beiden Haudegen ganz süffisant durch die verschiedenen Epochen springen, um eine coole Idee nach der anderen zu zünden. Denn unsere Protagonisten lassen nichts anbrennen. Ganz großes Tennis das. Herrlich!

Das alles liest sich – Millar typisch – wie das Drehbuch für einen Film. Derweil tobt sich Sean Murphy in berauschenden Bildern aus, und illustriert die Zeit- und Epochenwechsel so geschmeidig, dass es eine helle Freude ist. Am Ende wird ein krachiges Finale serviert, und wir haben ein richtig tollen, erfrischend anderen Popcorn-Comic. It’s about time!

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Copyrights: Alle Bilder sind Ausschnitte aus dem ersten Band und © Image Comics

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