off Screen, on Paper

Cover Offscreen Mag № 1

Die Empfehlung stelle ich mal voran: Das Offscreen Magazin ist eigenwillig, ohne befremdlich zu wirken. Gleichzeitig ist es absolut empfehlenswert, sofern man sich nur ein kleines Bisschen als Digitalarbeiter versteht.

So ich denn die Idee von Kai Brach — dem Interviewer, Layouter & Herausgeber in Personalunion — richtig wiedergebe, soll Offscreen die Menschen hinter den Pixeln langfristig & analog dokumentieren. Eine reizende Idee. Ganz besonders die Art & Weise wie Kai dies macht.

Es geht um die Typen, viel um die Typen, mit ihren Eigenheiten und Ansichten. Weniger die Technik steht im Vordergrund, sondern eher die konkrete Arbeit und Arbeitsweise der Menschen, die Ihren Lebensunterhalt im Reich der Pixel bestreiten. Das ist mal ’ne schöne Abwechslung.

Eines der wunderschön bebilderten Interviews.

Begleitet werden die Interviews von buntem Drumherum. Hier ein Essay, da ein Fragebogen (»Wie sieht dein Tagesablauf aus?«, aufgeschlüsselt nach Stunden). Dann Fotos der Büroräume aktueller Startups (wirklich krasse Klasse) und meine Lieblingsrubrik »Out the Window« (der Blick aus den Fenstern der Büros diverser Leute).

An all dem mag ich insbesondere, dass die Protagonisten von Offscreen als Menschen dargestellt werden. Menschen die auch mal gerne spät aufstehen. Die stolz auf ihr kleines Büro und dessen Aussicht sind. Die gerne bescheiden sind und es hier auch sein dürfen.

Es zeigt so schön, in was für einer priviligierten Situation wir uns befinden, wir Digitalarbeiter. … und es zeigt auch, dass es nicht Narzismus oder Absurdität ist, den Wunsch zu hegen, unseren Tag zu leben wie es für uns Spinner Sinn macht.

Dass unser Tun & Schaffen abseits krawatten- und managementinduzierter »9 to 5«-Arbeitstage stattfinden kann. Nein, es sollte sogar! Das ist der Gewinn der Arbeit im Netz, und es ist eine glänzende Idee, so zu arbeiten wie wir uns wohlfühlen.

Die Rubrik »Out the Window«

Kai Brach vollbringt mit Offscreen erstaunlich elegant den Balance-Akt, Startups und Menschen darzustellen, sie hervorzuheben, strahlen zu lassen, ohne sie zu hypen oder zu glorifizieren. Manche Bilder könnten sicherlich eine Leihgabe der Unhappy Hipsters sein; die Mehrheit ist eher kuschelig und auch in seinen Texten inszeniert sich Offscreen fernab der Möchtegern-Szenigkeit eines »Wir nennen es Arbeit«.

Offscreen ist ein Magazin, dass man nicht wegwirft wenn man es durchgelesen hat. Es ist ein Stück Dokumentation unserer Zeit und Arbeit. Die Vorstellung bringt mich zum schmunzeln, wie ich es in 10 Jahren durchblättere und schaue wie das früher so war, mit diesem Internet und seinen Protagonisten. Das Internet der Herzen wohlgemerkt, fernab der ganz großen, der fürchterlich gehypten.


Kaufen? Das Offscreen Magazin erscheint 3 bis 4 Mal im Jahr, ist inzwischen bei der № 3 angekommen und kann direkt auf der Website bestellt werden. Wer wie ich Hamburger ist kriegt es hier im Betahaus etwas günstiger.

3 Kommentare

  1. Extra für ben noch hinzugefügt, dass man die Offscreen natüüürlich auch direkt über deren Website ordern kann. Betahaus ist nur der einzige »Händler« in HH.

  2. Schöne Seite, aber das war sie ja schon immer… Kannst Dich ja mal an meine E-Mail Adresse wenden, hab dich letztes Wochenende in Jever vermisst (oder nicht gefunden) Gruß Jan

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