Watte im Kopf

Heiße weiße Schokolade im Café Westwind

Es ist Freitag, 17 Uhr 30 und die Woche spuckt mich aus. Das macht sie immer so: »Chrrr… pffft! Viel Spaß dann noch.«, verbunden mit der Drohung Montag wieder zu kommen. Da steh ich dann im Stand-By zwischen Arbeit und Leben – und geh erstmal nicht nach Hause wo Wäscheberg und Aufräummonster, die Tentakel der Couch sowie eine Pfütze aus geöffneten, gelesenen aber bei weitem nicht verarbeiteten Briefen auf mich lauern.

Die Flucht vor dem zu Hause wird eine Flucht ins Café und belohnt mit heißer Schokolade und Streuselkuchen.

Freitage haben eh einen bemerkenswerten Arschlochcharakter. Sie verbinden einen Arbeitstag mit einem Wochenendabend. Perverse Kombi muss man sagen. Samstage sind da schon ehrlicher. Sonntage mag wiederum keiner, weil sie selbst wenig zu sagen und noch weniger zu bieten haben. Ihre Länge richtet sich nach der Opulenz des samstäglichen Exzesses und ihr Nachbar heißt Montag. Bevorzugte Tätigkeit: abhängen, Dinge liegen lassen und sagen, dass nächste Woche alles besser wird.

Und während mein Gehirn so über mich und das Wochenende philosophiert, verschwimmt die Woche und das Gefühl von Wochenende suppt langsam ins Bewusstsein und mit ihm die Erkenntnis: … eigentlich sind Freitage ja gar nicht so schlimm.

Ein Kommentar

  1. Langsam komm ich mir ja komisch vor, hier jeden Text freudig zu kommentieren. Aber was soll ich machen? Ist halt so.

    Toller Text!

    Weitermachen!

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