Weniger ist Air

MBA Cold Dead Hands Quadratisch
"From my cold, dead Hands"... gut tragbar.

Das MacBook Air ist ein erstaunliches Stückchen Technik und für mich ein bisher ungewohnt unvernünftiger Kauf. Denn meine bisherigen Rechner wurden nicht nach Gewicht gekauft.

Vielmehr ging ich immer auf Nummer sicher: lieber den großen Bildschirm, die voluminöse Festplatte, den exorbitanten Arbeitsspeicher, das DVD-Laufwerk, …
Kurzum: ich nahm immer das »Arbeitstier«.

Und wofür? Die letzte DVD wurde vor Monaten genutzt, die interne Festplatte ist eh immer voll (ungeschriebenes Gesetz!) und zu Hause verwende ich einen externen Monitor. BÄM!

Der erste gedankliche Schritt Richtung Air ging über das iPad: mit ihm konnte ich schon viel machen, fühlte mich aber gleichzeitig immer etwas degradiert.

Das Muskelgedächtnis meiner Finger an der Tastatur ist unglaublich mächtig. Ich tippe schneller als ich denke, die Tastatur verschwindet für mich beim Schreiben. Meine Gedanken sind direkt die Worte auf dem Bildschirm.
Beim iPad bin ich zwar nicht langsam, aber weit langsamer – und ungenau. Auf dem Bildschirm ist es kaum möglich wirklich am Text zu feilen, Wörter umzustellen, Fehler schnell & einfach zu korrigieren, wirklich am Text zu arbeiten. Und Arbeit mit Text in jeglicher Form (Chatten, Emails, Coden, Bloggen) macht nun einmal einen Großteil meiner Zeit am Computer aus.

Das Air ist so klein und leicht, dass es nicht durch seine Proportion und Physis im Weg ist. Gleichzeitig ist es für 95% meiner Tätigkeit so mächtig wie es sein muss (weitere 4% dauern halt ein klein wenig länger und nur 1%!geht auf dem Air wirklich nicht … und notfalls steht mir ein mächtiges MacBook Pro auf der Arbeit zur Verfügung, und das kann ich dann auch mal privat nutzen.

Airborne

Hand auf'm Air
Meine Pranke auf dem MacBook Air

Da mein Cousin dankenswerter Weise mein zwei Jahre altes MacBook Pro zu einem sehr fairen Kurs übernimmt stand die Tür finanziell sperangelweit offen für mein neues MacBook Air:

  • 11,6″ Bildschirmdiagonale
  • 1,6 GHz Prozessor
  • 4 GB Arbeitsspeicher
  • 128 GB (Flash-)Festplatte
  • 1 kg Gesamtgewicht

Der Flash-Speicher anstelle einer Festplatte macht das Air in der Benutzung unheimlich fix & dank eines flüsterleisen Lüfters praktisch unhörbar (weit leiser als andere MacBooks). So kann ich heute die Stille des ostfriesischen Unwetters in Jever ohne zusätzliches Rechner-Rauschen genießen. Ebenfalls überraschend, dass die silberne Flunder es schafft ein HD-Video abzuspielen. Damit hätte ich so nicht gerechnet, und es erfreut mich doch enorm.

In manchem ist das Air konsequent und man selbst muss es in der Benutzung dann auch sein. Beispiel? Bildschirm! Ich brauche entweder viel Platz, so dass ich viele Fenster wild stapeln kann (22″ aufwärts), oder soviel Platz, dass ich mich gut mit einer Anwendung und dem Chatfenster nebendran vergnügen kann, und da muss ich sagen reichen mir 11″ par excellence. Für mehr ist zu Hause dann noch ein externer Monitor da. Sobald man sich etwas eingearbeitet hat, erscheint der Bildschirm des Air auch nicht mehr klein.

Klar fehlen mir Kleinigkeiten. Doch Größe, Gewicht und die Geschwindigkeit im Alltagseinsatz reißen das wieder raus. Wie man das im Feldtest so macht, schreibe ich diesen Artikel dann auch in der Bahn & auf der Couch mit dem Air auf meinem Schoß – und es liegt da wirklich gut rum.

Und wenn ich mein Air nicht brauche, kommt es einfach in der Schublade meines Schreibtisches zu liegen. Ja, so klein ist es, da fühlt es sich wohl, in der Schublade mit den vielen großen DIN A4 Blättern …

6 Kommentare

  1. Glückwunsch zum kleinen Airborne, Arne! Das hört sich ja ganz passabel an. Ich hoffe – und gehe davon aus – dass Du nach zwei Monaten Deine Meinung nicht wesentlich ändern wirst.

  2. Dass ich meine Meinung nach zwei Monaten nicht ändern werde hoffe ich in der Tat auch ;) … bin da bisher aber auch ganz optimistisch.

    Gecodet habe ich bisher noch nicht richtig. Den Blogeintrag habe ich in TextMate geschrieben, wo ich auch einen Großteil meines Codings mache. Da hat mich die Höhe nicht gestört. Die hohe Auflösung des Bildschirms trägt sicherlich seinen Teil dazu bei. Das Dock habe ich eh immer ausgeblendet, mit eingeblendetem Dock ist’s schon ein wenig eng, denke ich.

    Die geringe Höhe fällt vielmehr bei einigen Webseiten auf. Auch eine ausgewachsene IDE wie Xcode dürfte sich auf dem Air schwer tun – aber dafür hab ich dann ja den externen Monitor :)

  3. Cool.

    Einen Anschluss für ein Netzwerkabel hat das nicht, oder?

    Das mit der DVD ist interessant, darüber hatte auch ich schon nachgedacht: Lange nix mehr gehört/geguckt/gerippt. Vielleicht vier, fünf CDs gebrannt dieses Jahr.

    …vielleicht ein Macbook-Air?

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